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Sie überlegen, eine Photovoltaikanlage auf Ihr Dach zu setzen. Die erste Frage, die jeder stellt: Was kostet das eigentlich? Die ehrliche Antwort ist unbequem. Es kommt darauf an. Auf Dachgröße, Dachausrichtung, Verschattung, Speicher, Wallbox, Förderung, den Zählerschrank und die Ausbau-Pläne der nächsten fünf Jahre.

In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie eine PV-Anlage in Südostbayern 2026 realistisch kalkuliert wird. Mit konkreten Preisbereichen, Einflussfaktoren, Förderprogrammen und einem Fallbeispiel aus dem Landkreis Mühldorf.

Warum die Kostenfrage so schwer zu beantworten ist

PV-Anlagen sind keine Produkte von der Stange. Drei verschiedene Einfamilienhäuser in derselben Straße können drei komplett unterschiedliche Preise bekommen. Der Grund: Jedes Dach hat eine andere Fläche, andere Ausrichtung, andere Verschattung, andere Statik. Jeder Haushalt hat einen anderen Stromverbrauch. Jede Familie plant anders für die Zukunft.

Wer im Internet nach „PV-Anlage 10 kWp Preis“ sucht, findet Zahlen zwischen 12.000 Euro und 30.000 Euro. Beides kann stimmen. Beides kann falsch sein. Unser Ziel mit diesem Ratgeber: Ihnen die Logik hinter den Preisen zu erklären, damit Sie bei Angeboten seriös vergleichen können.

Preis-Orientierung 2026: Was eine PV-Anlage in Südostbayern kostet

Wir bei AM entec installieren Anlagen zwischen 6 und 30 kWp. Das Spektrum lässt sich grob in vier Kategorien einteilen.

Anlagen 6 bis 8 kWp (typisch Reihenhaus oder kleines Einfamilienhaus)

Kosten: 10.000 bis 14.000 Euro (ohne Speicher)

Für einen 2- bis 3-Personen-Haushalt mit rund 3.500 kWh Jahresverbrauch ausreichend. Die Anlage deckt den Tagesbedarf und speist den Überschuss ins Netz ein. Ohne Speicher liegt die Eigenverbrauchsquote bei 25 bis 35 Prozent.

Anlagen 8 bis 10 kWp mit 8-kWh-Speicher (typisches Einfamilienhaus)

Kosten: 18.000 bis 24.000 Euro (inklusive Speicher)

Der Standard für die meisten EFH-Projekte in der Region. Mit Speicher steigt die Eigenverbrauchsquote auf 60 bis 70 Prozent. Amortisationszeit: typisch 10 bis 13 Jahre.

Anlagen 10 bis 12 kWp mit 10-kWh-Speicher und Wallbox (EFH mit E-Auto)

Kosten: 22.000 bis 30.000 Euro

Wenn ein E-Auto bereits im Haushalt ist oder in den nächsten zwei bis drei Jahren geplant wird, rechnet sich eine größere Anlage fast immer. Die Wallbox kann mit PV-Überschuss laden, statt teuer Netzstrom zu beziehen.

Anlagen 12 bis 15 kWp (große Dächer, Mehrfamilienhaus)

Kosten: ab 26.000 Euro

Für große Dachflächen oder Mehrfamilienhäuser. Hier lohnt sich die Prüfung, ob Direktvermarktung oder Mieterstrommodell Sinn macht.

Was die Kosten konkret beeinflusst

Dachgröße und Modulanzahl

Ein typisches 400-Watt-Modul benötigt etwa 2 Quadratmeter Dachfläche. Für eine 10-kWp-Anlage rechnen wir mit 25 Modulen, also rund 50 Quadratmeter Netto-Dachfläche. Wichtig: Dachfenster, Gauben und Schornsteine reduzieren die nutzbare Fläche spürbar.

Dachausrichtung und Neigung

Südausrichtung mit 30 bis 40 Grad Neigung ist der ideale Fall. Osten und Westen erreichen rund 85 Prozent dieser Erträge. Norddächer lohnen sich in der Regel nicht, außer als Ergänzung bei Ost-West-Belegung.

Für Südostbayern gilt: Mit rund 1.700 Sonnenstunden pro Jahr (Quelle: DWD) liefert eine gut ausgerichtete 10-kWp-Anlage typisch 9.500 bis 10.500 kWh Strom jährlich. Das reicht für einen 4-Personen-Haushalt inklusive Wärmepumpe und E-Auto mit normaler Fahrleistung.

Speicher: ja oder nein?

Ein Batteriespeicher ist der größte Kostenblock nach den Modulen. Faustregel: 800 bis 1.200 Euro pro kWh Speicherkapazität. Ein 8-kWh-Speicher kostet also 6.400 bis 9.600 Euro. Mit Installation und Einbindung landen wir bei rund 8.000 bis 11.000 Euro für einen typischen Speicher.

Ob sich ein Speicher lohnt, hängt von Ihrem Verbrauchsmuster ab. Wenn Sie viel Strom tagsüber brauchen, zum Beispiel mit Homeoffice, bringt er weniger. Wenn der Hauptverbrauch abends liegt, macht er oft über die Hälfte der Eigenverbrauchsquote aus.

Wechselrichter: Hybrid oder Stand-alone

Ein Hybrid-Wechselrichter kostet 300 bis 500 Euro mehr als ein reiner PV-Wechselrichter. Er erlaubt aber, einen Speicher später nachzurüsten, ohne die Anlage umzubauen. Wir empfehlen den Hybrid-Typ fast immer.

Wallbox

Eine Standard-Wallbox liegt bei 600 bis 1.200 Euro. Installation 400 bis 800 Euro. Falls der Zählerschrank ertüchtigt werden muss, kommen nochmal 800 bis 1.500 Euro dazu. Mit PV-Überschussladung und Lastmanagement sind es in Summe rund 2.500 bis 3.500 Euro.

Zählerschrank-Ertüchtigung

Bei Altbauten ein häufig übersehener Kostenfaktor. Ein moderner, normgerechter Zählerschrank ist für die PV-Anmeldung Pflicht. Wenn der bestehende Schrank veraltet ist, kostet der Umbau 1.200 bis 2.500 Euro.

Förderung in Bayern 2026

Mehrwertsteuer-Nullsatz (der größte Effekt)

Seit 2023 gilt für private PV-Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden der Umsatzsteuer-Nullsatz (§ 12 UStG). Praktisch heißt das: Keine 19 Prozent Mehrwertsteuer auf die gesamte Anlage inklusive Speicher. Das ist kein Nachlass, sondern eine echte Steuerersparnis. Für eine 20.000-Euro-Anlage brutto wären das früher 3.800 Euro gewesen, die Sie heute gar nicht mehr zahlen.

KfW-Kredite

Die KfW bietet für erneuerbare Energien regelmäßig Kreditprogramme mit zinsgünstigen Konditionen. Die konkreten Programme und Konditionen ändern sich halbjährlich. Wir prüfen im Erstgespräch, welches Programm für Ihre Situation passt.

Regionale Bayern-Förderung

Einzelne Kommunen in Oberbayern und Niederbayern bezuschussen PV-Anlagen oder Speicher. Die Summen sind meistens überschaubar, 500 bis 2.000 Euro pro Projekt, aber es lohnt sich, nachzufragen. Wir klären das im Rahmen des Vor-Ort-Termins.

Kombination mit Wärmepumpe: BAFA-Förderung

Sobald Sie gleichzeitig auf eine Wärmepumpe umstellen, kommt die BAFA-Förderung für den Heizungstausch hinzu. Basisförderung, Klima-Geschwindigkeitsbonus, Effizienzbonus und Einkommensbonus können in Summe signifikante Zuschüsse ergeben. Die Bemessungsgrundlage liegt bei 30.000 Euro für ein Einfamilienhaus. Die genauen Sätze prüfen wir im Erstgespräch, weil sich dort regelmäßig etwas ändert.

Amortisation: Wann rechnet sich die Anlage?

Die Amortisation einer PV-Anlage hängt an drei Zahlen: Anschaffungskosten, Strompreis und Eigenverbrauchsquote.

Ein typisches Beispiel für ein Einfamilienhaus in Mühldorf am Inn:

  • Anlage: 10 kWp mit 8-kWh-Speicher, Gesamtkosten 22.000 Euro
  • Jahresertrag: rund 10.000 kWh
  • Eigenverbrauchsquote mit Speicher: 65 Prozent
  • Eigenverbrauch: 6.500 kWh pro Jahr (ersetzt Netzstrom zu rund 38 Cent/kWh, macht 2.470 Euro)
  • Einspeisung Rest: 3.500 kWh bei aktuell etwa 7 Cent/kWh Einspeisevergütung, macht 245 Euro
  • Jährlicher Gewinn durch Eigenverbrauch und Einspeisung: rund 2.715 Euro
  • Amortisationszeit: 22.000 geteilt durch 2.715 gleich rund 8 Jahre

Bei einer Lebensdauer der Module von 25 bis 30 Jahren und des Speichers von 15 bis 20 Jahren bleibt danach ein deutlicher Überschuss. Ohne Speicher verlängert sich die Amortisationszeit auf 12 bis 15 Jahre, weil die Eigenverbrauchsquote bei 30 Prozent bleibt.

Fallbeispiel aus der Region: 11 kWp auf einem Einfamilienhaus in Neuötting

Ein Kunde in Neuötting hatte folgende Ausgangslage: Einfamilienhaus Baujahr 1998, 140 Quadratmeter Wohnfläche, 3-Personen-Haushalt, rund 4.800 kWh Jahresstromverbrauch. Ein E-Auto in den nächsten zwei Jahren geplant.

Unsere Empfehlung:

  • 11 kWp Photovoltaik (28 Module je 400 Watt auf Süddach)
  • 10 kWh Speicher, Hybrid-Wechselrichter Marke Fronius
  • Wallbox 11 kW mit Überschussladung
  • Zählerschrank-Ertüchtigung (der alte war von 1996)

Gesamtkosten: 28.500 Euro. Gesamtzeit vom Auftrag bis Inbetriebnahme: 5 Wochen. Prognostizierter Jahresertrag: 11.500 kWh.

Nach 12 Monaten Betrieb hat die Familie rund 3.200 Euro an Strom- und Heizkosten eingespart. Das entspricht einer Amortisationszeit von knapp 9 Jahren.

Checkliste vor dem Kauf

Bevor Sie unterschreiben, prüfen Sie diese sieben Punkte.

  1. Wer plant, wer installiert? Arbeiten die Monteure im eigenen Haus oder wird an Subunternehmer vergeben? Bei Subunternehmern sind Reaktionszeiten bei Problemen oft länger.
  2. Statik-Prüfung? Ein seriöser Betrieb prüft vor der Montage, ob das Dach die Last tragen kann. Kein Pauschalversprechen „passt schon“.
  3. Welche Komponenten? Hersteller und konkrete Modellnamen sollten im Angebot stehen. Bei No-Name-Komponenten ist die Ersatzteilversorgung in 10 Jahren ein Problem.
  4. Wechselrichter hybrid-fähig? Falls Sie später einen Speicher nachrüsten wollen, ist das fast immer sinnvoll.
  5. Anmeldung und Inbetriebnahme inklusive? Die Anmeldung beim Netzbetreiber und beim Marktstammdatenregister gehört zum Angebot.
  6. Garantie und Wartung? Modulgarantie typisch 25 Jahre (Leistung), 12 Jahre (Produkt). Wechselrichter-Garantie 10 Jahre. Fragen Sie nach einem Wartungsvertrag.
  7. Festpreis oder Schätzung? Seriös ist ein schriftlicher Festpreis. „Um die 20.000 Euro“ ist kein Angebot.

Häufige Fragen zur PV-Kalkulation in Südostbayern

Was kostet eine PV-Anlage je kWp 2026?

Für komplette Anlagen inklusive Montage und Wechselrichter liegen wir bei 1.500 bis 2.000 Euro pro kWp. Mit Speicher kommen 800 bis 1.200 Euro pro kWh Speicherkapazität hinzu.

Wie lange dauert die Installation?

Vom Auftrag bis zur fertigen, eingespeisten Anlage sind es typisch 4 bis 6 Wochen. Die reine Dachmontage dauert 2 bis 4 Arbeitstage.

Lohnt sich ein Speicher wirtschaftlich?

In den meisten Fällen ja. Ohne Speicher liegt die Eigenverbrauchsquote bei 25 bis 35 Prozent. Mit 8- bis 10-kWh-Speicher steigt sie auf 60 bis 70 Prozent. Bei Strompreisen um 38 Cent und Einspeisevergütung um 7 Cent ist die Differenz groß genug, dass sich der Speicher in 10 bis 14 Jahren rechnet.

Wie viel Strom produziert eine PV-Anlage in Südostbayern?

Eine 10-kWp-Anlage auf einem Süddach mit 30 bis 40 Grad Neigung liefert in der Region typisch 9.500 bis 10.500 kWh pro Jahr. Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt verbraucht 4.500 bis 5.500 kWh. Die Anlage produziert also rechnerisch fast das Doppelte. Der Überschuss geht in den Speicher, ins E-Auto, in die Wärmepumpe oder ins Netz.

Kann ich später erweitern?

Ja, wenn die Anlage von Anfang an entsprechend geplant wird. Hybrid-Wechselrichter und ausreichend dimensionierte Unterverteilung machen spätere Erweiterungen um Speicher, Wallbox oder Wärmepumpe deutlich einfacher und günstiger.

Ihre nächsten Schritte

Wenn Sie konkret über eine PV-Anlage für Ihr Zuhause nachdenken, ist der effizienteste erste Schritt ein 10-minütiges Telefonat. Wir fragen nach Dachgröße, Verbrauchsdaten und Planungshorizont und nennen direkt eine realistische Preisrange. Danach folgt der kostenlose Vor-Ort-Termin mit genauer Aufmessung und schriftlichem Angebot.

Sie erreichen uns unter 08637 35 99 960 oder per Mail an info@am-entec.de. Wir sind in Mühldorf, Altötting, Landshut, Passau, Traunstein und im gesamten 90-Minuten-Radius ab Schönberg für Sie unterwegs. Oder schauen Sie auf unserer Photovoltaik-Übersicht vorbei.